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Balladen der Romantik und des Realismus – Sprachliche Bilder und Stimmungen

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🌜 Der Erlkönig (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Goethes berühmte Ballade „Der Erlkönig“ gilt als Paradebeispiel der Romantik.
  • Die Geschichte einem Vater, der nachts mit seinem kranken Sohn durch einen dunklen Wald reitet, wird durch eindrückliche sprachliche Bilder intensiviert.
  • Wichtige sprachliche Bilder:
    • "Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?" – Startet mit einem Bild von Geschwindigkeit und Gefahr in der Dunkelheit.
    • Die Gestalt des Erlkönigs wird mit verführerischen Naturbildern beschrieben: "Es ist der Vater mit seinem Kind; Er hat den Knaben wohl in dem Arm"
    • Der Nebelstreif und das dunkle Gehölz unterstreichen die Bedrohlichkeit der Szene.
  • Wirkung auf die Stimmung:
    • Die Bilder vermitteln ein Gefühl der Angst, Unsicherheit und Ausweglosigkeit.
    • Die personifizierte Natur (Nebel und Wind) gibt den Eindruck, als wäre die Umwelt selbst gegen Vater und Kind.
    • Die traumhafte, unheimliche Atmosphäre wird verstärkt, indem die Grenze zwischen Realität und Vorstellung verwischt wird.
  • ⚙ erlkonig

🕯️ Die Brück’ am Tay (Theodor Fontane)

  • Fontanes Ballade aus dem Realismus erzählt vom Eisenbahnunglück auf der Tay-Brücke in Schottland. Die Ballade nutzt eindrucksvolle sprachliche Bilder, um eine düstere, vorahnende Stimmung zu erzeugen:
  • Wichtige sprachliche Bilder:
    • Die wiederkehrenden Zeilen "Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand!" heben die Zerbrechlichkeit menschlicher Werke hervor.
    • Die Naturgewalten werden durch Metaphern und Personifikationen lebendig: "Es wachsen die Wasser, sie wachsen voll Wut", "Winde, die heulenden, gellenden Winde".
  • Wirkung auf die Stimmung:
    • Die Bilder von tobender Natur stellen die Übermacht und Bedrohlichkeit der Elemente in den Vordergrund.
    • Die regelmäßig wiederholten Verse schaffen Vorahnung und Beklemmung.
    • Der Gegensatz zwischen menschlicher Technik und unberechenbarer Natur wird durch die Sprachbilder intensiv verdeutlicht.
  • ⚙ tay

🌸 Loreley (Heinrich Heine)

  • In „Loreley“ schildert Heinrich Heine die Geschichte der schönen Jungfrau, die mit ihrem Gesang Schiffer ins Verderben lockt – ein typisches Motiv der Romantik. Die Ballade ist reich an stimmungsintensiven Bildern.
  • Wichtige sprachliche Bilder:
    • Der Fluss Rhein als gefährliches Naturwesen: "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin". Das Motiv des "traurigen" Flusses spiegelt die Melancholie des lyrischen Ichs.
    • Die Loreley wird mit goldblondem Haar und edlem Schmuck beschrieben. Sie wirkt wie eine übernatürliche Erscheinung.
    • "Die Luft ist kühl und es dunkelt" erzeugt eine abendliche, mysteriöse Stimmung.
  • Wirkung auf die Stimmung:
    • Die Natur wird zum Spiegel innerer Gefühle (Sehnsucht, Traurigkeit, Unerreichbarkeit).
    • Die sprachlichen Bilder schaffen eine magische, aber auch tragische Atmosphäre.
    • Das Motiv des unaufhaltsamen Verderbens durch die Loreley wird durch die sinnliche Beschreibung ihrer Gestalt und des Naturraums verstärkt.
  • ⚙ loreley

🌫️ Der Knabe im Moor (Annette von Droste-Hülshoff)

  • Diese Ballade der Romantik beschreibt den nächtlichen Weg eines Jungen durch das unheimliche Moor. Die dichterisch gestalteten Bilder prägen die düstere und beklemmende Stimmung.
  • Wichtige sprachliche Bilder:
    • "Trübseliger Nebel, dumpfe Luft" tauchen das Moor in eine bedrückende Atmosphäre.
    • Die Natur wird personifiziert: "Es regt sich im Moore Gras und Rohr", "Die Geister flüstern und wispern".
    • Das Moor selbst wird fast als lebendiges, lauerndes Wesen dargestellt.
  • Wirkung auf die Stimmung:
    • Die Sprachbilder vermitteln große Angst und Verlorenheit.
    • Die Unübersichtlichkeit und Bedrohlichkeit des Moores werden durch die Beschreibungen fast greifbar gemacht.
    • Das Spiel mit Licht, Schatten und Geräuschen verstärkt die mystische, unheimliche Grundstimmung und zieht den Leser in die Gefühle des Jungen hinein.
  • ⚙ moor