Verhaltenskodex
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Verhaltenskodex Vertrauen und Nähe gehören zur pädagogischen Beziehung. Damit diese Basis der Pädagogik nicht für sexualisierte Gewalt und [Machtmissbrauch jeglicher Art] genutzt werden kann, einigen wir uns auf verbindliche Regeln für bestimmte Situationen. Um den pädagogischen Alltag nicht durch Regeln und Verbote zu überfrachten, halten wir die Anzahl der geregelten Situationen überschaubar. In diesem Sinne ist der Verhaltenskodex nicht als abschließend zu verstehen; jede pädagogische Fachkraft bleibt dafür verantwortlich, das Verhältnis von Nähe und Distanz zu Schülerinnen angemessen zu gestalten. Das sind die Regeln, die im Umgang mit Schülerinnen für alle schulischen Beschäftigten gelten:
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- Wir wahren die die professionelle Distanz, indem wir Berührungen möglichst vermeiden und uns im Zweifelsfall das Einverständnis einholen.
- Wir fragen S*S ggf., wie sie genannt werden möchten (z.B. bei Kurzformen der Namen) und verzichten möglichst auf Kosenamen.
- Wir kommentieren die Körper Anderer nicht. Bereitet uns das Äußere von S*S Sorgen, werden wir uns ggf.: im multiprofessionellen Team beraten; uns um ein geeignetes Gesprächssetting bemühen und uns in erster Linie über das psychische Wohlbefinden erkundigen.
- Immer prüfen wir die Verhältnismäßigkeit von Sanktionen. Insbesondere bei einer Strafe, die den Ausschluss aus der Gruppe mit sich zieht, reflektieren wir die Gratwanderung zwischen einer nachhaltigen Beziehungsarbeit und dem Schutz der Gruppe.
- Bei 1:1 Gesprächen achten wir besonders darauf, S*S nicht zu überwältigen. Wir beugen dem vor, indem wir Einzelgespräche an öffentlichen Orten führen oder andere miteinbeziehen.
- Wir nutzen für den außerschulischen Kontakt zu den S*S itslearning.
- Lässt sich die professionelle Distanz in besonderen Settings, wie zB auf Fahrten, nicht immer wahren, treffen wir Vorkehrungen und sorgen für eine transparente Kommunikation.
- Wir bemühen uns um eine offene Gesprächskultur im Kollegium, in der konstruktive Kritikäußerungen möglich sind.
- Wir unterscheiden zwischen einer pädagogisch wertvollen Nahbarkeit und einer möglichen Überwältigung von S*S durch private Einblicke.
- Absichtliches Beschämen von S*S (zB durch Strafen, die einen vorführenden Charakter haben) sind inakzeptabel.
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Gleichzeitig üben wir uns in Fehlerfreundlichkeit und Wohlwollen. Unser Ziel ist es, sowohl für uns als gesamte Schulgemeinschaft eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle so sicher fühlen, dass sie ihre Wahrnehmungen kommunizieren können.
- Formulierungsvorschlag Einleitung entnommen von:https://www.schule-gegen-sexuelle-gewalt.de/fileadmin/Inhalte/PDF/Formulierungsvorschl%c3%a4ge/290716_Formulierungsvorschlaege_Verhaltenskodex_1_.pdf
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Verhaltenskodex entstanden im Rahmen des Studientags des Kollegiums am 23.08.2023