Rolle der Lehrkräfte
Dave Schröter
Vorbereitung digitaler Aufgaben
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Worauf Lehrkräfte bei der Gestaltung digitaler Selbstlernaufgaben achten sollten
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Digital gestütztes Selbstlernen erfordert sorgfältig geplante Lernsettings. Die Lehrkraft bereitet nicht nur Inhalte vor, sondern strukturiert Lernprozesse aktiv, differenziert Aufgaben, wählt geeignete Tools und stellt Materialien bereit.
1. Pädagogisch-didaktische Planung
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- Klarer Kompetenzbezug: Was sollen SuS am Ende können?
- Lernziele und Aufgabenstellungen transparent und erreichbar formulieren
- Differenzierungsmöglichkeiten berücksichtigen (Niveau, Tempo, Sprache etc.)
- Aufgaben im Sinne selbstgesteuerten Lernens gestalten (Orientierung, Handlungsspielraum, Reflexion)
2. Auswahl geeigneter digitaler Tools
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1. Nur datenschutzkonforme Plattformen/Werkzeuge verwenden (z. B. LernSax, fobizz, Anton, MeSax, H5P, Moodle…)
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2. Tools passend zur Zielsetzung wählen:
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- Verstehen: Videos, Texte mit Fragen
- Anwenden: interaktive Aufgaben
- Reflektieren: Lernjournale, Reflexionsfragen, digitale Pinnwände
- Überprüfen: Selbsttests, Mini-Quizzes, digitale Feedbacktools
3. Strukturierung & Aufbereitung
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Klare Aufgabenstruktur:
Arbeitsauftrag, Material, Zeitrahmen, Ergebnisform
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Ggf. Visualisierung über:
→ Lernpläne, Lernmodule, Wochenplan (z. B. in LernSax, edumaps)
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Arbeitsaufträge sollten:
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- Selbstständig durchführbar sein
- Wiederholungs- und Vertiefungsmöglichkeiten bieten
- ggf. Hilfestellungen/Beispiele enthalten
4. Materialquellen
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Recherchierbare Quellen:
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- MeSax Mediathek
- eLearning-Module Sachsen
- Mundo, Planet Schule, FWU
- Eigene Lernmodule erstellen (z.B. via H5P)
5. Kontinuität & Wiederverwendbarkeit
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- Aufgabenformate standardisieren, damit SuS sich orientieren können
- Vorlagen/Aufgabentypen in Sammlungen organisieren
- Wo möglich: wiederverwendbare Inhalte nutzen oder anpassbar gestalten
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Die Rolle der Lehrkraft im digitalen Selbstlernprozess: begleiten, unterstützen, ermutigen
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Im digital gestützten Selbstlernen verschiebt sich die Rolle der Lehrkraft vom Wissensvermittler zur Lernprozessbegleitung. Die Lernbegleitung ist entscheidend für Motivation, Selbststeuerung und Lernerfolg der SuS.
1. Klare Orientierung geben
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- Einführung in das Lernvorhaben mit Zielen, Zeitrahmen und Struktur
- Transparente Erwartungshaltung bzgl. Aufgaben, Abgaben und Arbeitsverhalten
- Lernstrategien anleiten (z. B. Zeitmanagement, Arbeitsorganisation)
2. Beobachten und unterstützen
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- Lernfortschritt regelmäßig erfassen (digital und analog)
- Individuelle Rückmeldungen: Wer braucht mehr Unterstützung, wer mehr Herausforderung?
- Beobachtungen dokumentieren (z. B. mit Checklisten oder Lernjournal-Kommentaren)
3. Lernbegleitung durch gezielte Impulse
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- SuS gezielt befragen: „Was hast du verstanden?“, „Was fehlt dir noch?“
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- Reflexionsfragen und Lernhilfen geben, z. B.:
- „Wie hast du dein Lernen organisiert?“
- „Was war heute schwierig/lehrreich?“
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- Digitale Tools als Begleitungshilfen:
- Kommentarfunktion
- digitale Lerntagebücher oder Feedback-Tools (z. B. Edumaps, Umfragen)
4. Konsultationen & individuelle Betreuung
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- Zeitfenster für Rückfragen oder Unterstützung (auch digital per LernSax-Nachricht, Videochat etc.)
- Möglich: „Lernsprechstunden“ im Stundenplan verankern
5. Lernpartnerschaften & Selbsthilfe fördern
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- SuS aktivieren, sich gegenseitig zu unterstützen (Peer-Coaching)
- Teamarbeit ermöglichen – auch im digitalen Raum
- Räume schaffen für Austausch und Kooperation, z. B. über digitale Pinnwände oder Gruppenräume
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Wie Rückmeldung im digital gestützten Selbstlernen wirksam und motivierend gelingt
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Feedback ist ein zentraler Bestandteil von DIGSEL, weil es SuS dabei hilft, ihre Lernprozesse zu reflektieren, zu steuern und zu verbessern. Es ersetzt nicht die Bewertung, sondern begleitet den Lernweg kontinuierlich.
1. Funktionen von Feedback
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- Orientierung über Lernstand und nächste Schritte
- Motivation durch bestärkende Rückmeldung
- Förderung von Selbstreflexion und Selbstverantwortung
- Grundlage für Differenzierung & individuelle Förderung
2. Merkmale wirksamen Feedbacks
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- Konkret: auf Aufgaben und Leistungen bezogen
- Zeitnah: möglichst während oder kurz nach dem Lernprozess
- Konstruktiv & verständlich: was war gut, was fehlt, wie geht es weiter?
- Förderorientiert: Lernwege und Verbesserungspotenziale aufzeigen
3. Digitale Feedback-Methoden
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- Kommentarfunktion in LernSax, Edumaps etc.
- Selbsttests mit Rückmeldung (z. B. H5P, LearningApps)
- Audio-/Videofeedback: persönliche Ansprache wirkt oft motivierender
4. Peer-Feedback und Selbstreflexion
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- SuS lernen voneinander durch strukturierte Rückmeldung in Gruppen
- Reflexionsbögen, Checklisten oder Lernjournale zur Selbstbewertung
- Mögliche Fragen:
- Was habe ich gut gelöst?
- Wo hatte ich Schwierigkeiten?
- Was nehme ich für die nächste Aufgabe mit?
5. Feedback im Lernprozess verankern
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- Feedbackphasen bewusst einplanen: z. B. nach Abschluss eines Moduls
- „Feedbackschleifen“ einbauen → z. B. kurze Zwischenauswertung, dann Weiterarbeit
- Feedbackkultur fördern: Wertschätzung und Lernentwicklung statt reiner Leistungskontrolle
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Wie Leistungen im digital gestützten Selbstlernen fair und transparent bewertet werden können
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Leistungsbewertung in DIGSEL bedeutet, selbstgesteuerte Lernprozesse nachvollziehbar und gerecht zu erfassen. Dabei gilt: Nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch der Weg dorthin – insbesondere Selbstständigkeit, Reflexion und Prozesskompetenzen.
1. Bewertbare Elemente
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- Arbeitsergebnisse (z. B. digitale Produkte, Abgaben, Präsentationen)
- Arbeitsprozesse (z. B. Nutzung von Feedback, Dokumentation im Lerntagebuch)
- Kooperation & Kommunikation (z. B. Gruppenarbeit, Peer-Feedback)
- Selbstreflexion (z. B. mithilfe von Reflexionsbögen oder -videos)
2. Formate der Leistungsbewertung
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- Digitale Portfolios (z. B. in LernSax, Edumaps)
- Abschlusstests oder Quiz mit automatisierter Auswertung (z. B. fobizz Arbeitsblätter)
- Projektarbeiten oder digitale Lernprodukte
- Lernjournale / Reflexionsbögen
3. Prozess- vs. Produktbewertung
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- Produkt: Qualität und Vollständigkeit der Ergebnisse
- Prozess: Planung, Ausdauer, Lernstrategien, Entwicklungsschritte
- Kombination beider Perspektiven sinnvoll – je nach Zielsetzung
4. Transparenz & Fairness
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- Bewertungskriterien offenlegen (ggf. gemeinsam mit SuS entwickeln)
- Vermeidung technikbedingter Benachteiligung: nicht die Form, sondern der Inhalt zählt
- ggf. Differenzierung: Aufgabenstellungen und Bewertung an Lernniveaus anpassen
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Kompetenzen für die Gestaltung digital gestützten Selbstlernens gezielt ausbauen
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Um DIGSEL wirksam und lernförderlich umzusetzen, benötigen Lehrkräfte didaktische, medienpädagogische und technische Kompetenzen. Fortbildung unterstützt den nachhaltigen Aufbau dieser Fähigkeiten und gibt Sicherheit im digitalen Unterrichtsalltag.
Ziele von Fortbildung im DIGSEL-Kontext
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- Sicherer Umgang mit digitalen Werkzeugen & Plattformen
- Planung und Gestaltung von Selbstlernphasen
- Digitale Diagnostik & Feedbackformate
- Leistungsbewertung im digitalen Raum
- Unterstützung individueller Lernwege
Inhalte geeigneter Fortbildungen
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- Erstellung & Einsatz von Lernmodulen (z. B. in LernSax oder Moodle)
- Umgang mit adaptiven Lernsystemen & Feedbacktools
- Didaktik des selbstgesteuerten Lernens
- Organisation & Struktur von DIGSEL-Stunden
- Datenschutz, Urheberrecht, Medienethik
Empfohlene Fortbildungsangebote
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- Sächsische Lehrkräftefortbildung (über Fortbildungsdatenbank im Schulportal Sachsen)
- MPZ: zielgruppenspezifische Schulungen & Beratungen
- Fobizz: DSGVO-konforme Plattform mit praxisnahen Online-Kursen für Lehrkräfte